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Emsblick Haren #48

Vom Goldenen Steak und den Chinesen hinterm Mond

Was für ein Jahresauftakt!? Vor der niederländischen Küste fallen fast 300 Container von einem der größten Schiffe der Welt ins Wasser, in Berlin wurden wochenlang digitale Daten von Politikern und anderen scheinbar wichtigen Leuten geklaut und Frank Ribery, einer der Stars des FC Bayern, lässt – unterstützt von seiner Ehefrau – sprachlich „die Sau raus“, nachdem er ein mit Blattgold verziertes Steak verzehrt und damit eine Neiddebatte entfacht hatte, in der er mit vulgärer Reaktion sein wahres Ego öffnete.

Und was hat das alles miteinander zu tun? Auf den ersten Blick kaum etwas. Auf den zweiten schon. Der Hang zu Größe, zu Wichtigkeit, zu Eitelkeit und zu Abgehobenheit oder vermeintlicher Sicherheit verbindet die oben beschrieben Themen. Müssen Schiffe mehr als 20.000 Container laden können? Müssen alle wichtigen und/oder unwichtigen Daten digital in die Cloud gelegt werden? Ist es vor dem Hintergrund von Hunger in der Welt angemessen, ein vergoldetes Steak zu essen?

Diese Fragen lassen sich verdichten auf eine Frage: Dürfen oder müssen wir alles machen, was wir können? Dürfen wir, wie in China geschehen,  Menschen genetisch verändern? Macht es Sinn, wenn die Chinesen nun nicht nur sprichwörtlich „hinterm Mond“ sind? Ähnliche Fragen fallen auch Ihnen sicher reichlich ein.

Da ist es doch wohltuend, wenn sich die „kleine Harener Welt“ vor Ort überschaubar und menschlich zeigt. Wenn sich Menschen für andere einsetzen und mit Aktionen helfen, anderen das  Leben ein wenig zu verbessern? Oder sich ehrenamtlich, wie bei den Feuerwehren, Sportvereinen oder im sozialen Bereich für die Allgemeinheit engagieren.

Ganz ehrlich gesagt, es macht auch weit mehr Freude, über diese angenehmen Dinge im eigenen Lebensumfeld zu berichten, als über die zunehmende Dekadenz und Maßlosigkeit in der großen weiten Welt.  Lassen Sie uns diese Maßstäblichkeit des Miteinanders pflegen und hegen, so weit und so lange wir es können. Manche mögen eine solche Einstellung provinziell nennen, oder spießig. Für andere wiederum ist sie die tägliche Meßlatte der Menschlichkeit. Und die sollten wir hoch legen.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen bei der Lektüre des ersten Emsblick 2019 mit Berichten aus Haren und umzu viel Freude und allen Leserinnen und Lesern ein gutes und gesundes Neues Jahr. 

Ihr Team vom Emsblick   

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