HomeHaren (Ems)Nummer 46 online: Vom Ende her denken

Nummer 46 online: Vom Ende her denken

Das war ein Sommer! Ein Hoch folgte dem nächsten, für ein wenig Regen zwischen den Hochdruckgebieten war keine Zeit.

Bei Temperaturen über 35° war eine Diskussion über Klimawandel natürlich unvermeidlich. Dabei sind Wetter und Klima natürlich zwei Themen. Und die Ursachen für den Klimawandel findet man nicht im Gestern sondern in den vergangenen Dekaden. In Europa wird über das letzte Picogramm an Feinstaub diskutiert, in den Schwellenländern dagegen munter Kohle verbrannt. Dennoch bleibt, dass der Mensch sein Handeln nicht vom Ende her bedenkt sondern lieber den kurzfristigen Nutzen bewertet.

Wenn, wie es sich andeutet, dem heißen Sommer ein heißer (politischer) Herbst folgt, gilt auch hier: Bedenke das Ende. Allerdings heißt es auch: die Ursachen nicht zu verschweigen. Nur langsam beginnen die selbst ernannten Eliten, ihr Handeln (oder Nichthandeln) zu hinterfragen. Die Konsequenzen vieler Entwicklungen hat man lange nicht wahrhaben wollen. Egal, ob es marode Infrastruktur ist, oder der Fachkräftemangel, oder auch die nicht übersehbaren sozialen Verwerfungen. Bis hin zum Missbrauch der Demokratie durch zu viel Egoismus. Auch hier fehlte häufig das Bedenken der Folgen. Klarheit und Offenheit sind letztlich für die Demokratie wichtiger als die so genannte „Political Correctness“.

In Haren, weit weg vom politischen Berlin, freut man sich auf andere Dinge. Die Püntetage zum Beispiel, dem einzigartigen Stadtfest der Schifferstadt, das die Klammer zeigt zwischen Tradition und Moderne, zwischen gestern und morgen. Das maritime Gewerbe in all seinen Facetten war und bleibt eine prägende Größe in Wirtschaft und Gesellschaft der Stadt. Doch auch hier ist die Zeit nicht frei von Sorgen. Sturmerprobt wie die Schiffer, setzen Reeder und maritim orientierte Firmen auf Optimismus.

Den hätten natürlich auch die Landwirte gern, deren Ernte von der Sonne eingeschmolzen wurde. Wenn auch finanzielle Lichtstreifen am Horizont sichtbar werden, am Ende werden die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen müssen, weil sich das Angebot vieler Erzeugnisse verknappt.

Es bleibt also spannend mit Blick auf den Herbst. Spannend ist immer auch die Lektüre des Emsblick, bei der wir, wie gewohnt, wieder viel Vergnügen wünschen.

Ihr Team vom Emsblick

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