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Heimat kann man nicht kaufen

Der 8. September ist ein besonderer Tag im Kalender. In Meppen steht dieser Tag unter dem Motto „Heimat shoppen“. Heimat was?

Kaum ein Begriff hat in der jüngsten Vergangenheit eine derartige Renaissance erfahren wie „Heimat“. Regionale Medien bis hin zum Dritten Programm des NDR arbeiten sich daran ab. Vielfach ist der Begriff auch in das Gezänk um politische Positionierung gekommen. Dabei ist Heimat aber weder links noch rechts, und für Diskussionen um politische Korrektheit eignet sich der Begriff auch nicht.

Wenn aber Heimat eine Frage der eigenen Identität, des gelebten Wohlfühlens oder eines unbestimmten Geborgenseins ist, kann man dann Heimat kaufen? Beim Begriff Heimat gleich einen Anglizismus hinzuzufügen, geht irgendwie gar nicht. Wobei nicht das Ziel der Aktion geschmälert werden soll. Als solche ist sie jede Unterstützung wert. Im Spannungsfeld zwischen Onlinehandel und dem Überlebenskampf des örtlichen Einzelhandels muss man nicht lange überlegen, wo man steht. Wenn die örtliche Konsumlandschaft schwindet, verschwindet mehr als nur die Ladentür, hinter der sich Angebote verbergen. Dann fehlt ein Stück Lebensqualität, dann fehlt mehr ein Mosaikstein im Gesamtbild Heimat. Wer einmal eine Sponsoraktion eines Vereins aktiv begleitet hat, versteht dies als erster. „Dann fragt doch Amazon nach einer Spende“, wäre dann eine sogar noch höfliche Ansage.

Und noch was: Heimat shoppen, sorry, kaufen, an einem Tag im Jahr, das reicht nicht. Das Bewusstsein dafür, was die örtliche Geschäftelandschaft bedeutet, muss zum Grundverhalten gehören. Das allerdings nicht nur auf Seiten der Kundschaft, sondern auch auf Seiten der Kaufmannschaft. Und da wäre es mehr als wünschenswert, wenn sich mehr als neun (in Ziffern 9) Geschäfte in Meppen an dieser lobenswerten Aktion beteiligen. Gut, das sich Filialisten an der Stärkung des ortsgebundenen Einkaufens beteiligen, ist vielleicht zu viel erwartet. Aber etwas breiter dürfte die Aktion schon sein.

 

Der Emsblick unterstützt gern alle Aktionen, den örtlichen Einkauf zu stärken. Nicht nur, weil dort viele unserer Inserenten tätig sind. Nein, sondern aus Überzeugung. Weil ein funktionierender Handel vor Ort wichtig ist für das alltägliche Leben, und weil es ein Stück Heimat darstellt. Wie auch immer das Wort zu verstehen ist.

Insofern wünschen wir Ihnen bei der Lektüre der neuen Emsblick-Ausgabe wieder viel Lesevergnügen. Und wenn wir dann ein kleines Stückchen zu einer lebenswerten Heimat beitragen können, freut uns das sehr. Auch ohne Heimat shoppen.

Viel Freude mit der neuen Emsblick-Ausgabe
Ihr Team vom Emsblick

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