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Meppener Emsblick: Heft 18 erschienen

Zwischen Fakt und Fake

Zwischen Fakt und Fake ist oftmals nicht viel Platz. Sprachlich ist es nur ein Buchstabe, der beides unterscheidet, die Unterschiede in der Auswirkung dürften ungleich größer sein. Groß ist auch die Mühe festzustellen, was ist denn was? Manchem helfen dabei so genannte Alternative Fakten. Die wiederum sind so verlässlich wie das Orakel von Delphi: sie zeigen nur, was man sehen will.

Indes, nun hat die Politik – und die Softwareindustrie – eine Lösung. Die Politik möchte so etwas wie ein Wahrheitsministerium einrichten. Wer George Orwell und sein „1984“ gelesen hat, weiß, was das bedeutet. Die Erkenntnis, gerade so etwas nicht zu benötigen, ist schnell gewonnen. Staatlich verordnetes Denken ist so gefährlich wie überflüssig. Helfen soll auch eine Software, die Tatsachen von gezielten Gerüchten und Falschmeldungen trennen kann. Unterm Strich bleibt aber immer die Frage: was ist Wahrheit und wer definiert sie?

Fakt von Fake zu unterscheiden ist so schwierig, wie zu akzeptieren, dass es vielfältige Meinungen gibt. Die gehören zur Demokratie, sagte unsere Kanzlerin noch jüngst zu Recep Erdogan. Und die lassen sich nicht verordnen, jedenfalls nicht lange. Das Fazit: Mensch hat es nicht leicht, sich zu orientieren. Es gibt kein Navi für Lebenswege, mit voreingestelltem Ziel.

Als Leser(in) des Emsblick haben Sie es recht leicht: Wir liefern Fakten über unsere Stadt. Was Sie darüber denken, wie Sie mit den Gegebenheiten in der Stadt umgehen, diese Aufgabe nehmen wir Ihnen nicht ab. So bleibt eine Menge zu diskutieren, und die Vielfalt der Meinungen ist letztlich ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Und das ist gut so.

Bei der Lektüre der neuen Ausgabe des Emsblick wünschen wir Ihnen viel Lesevergnügen und viele Anregungen für gute Gespräche mit Ihren Mitmenschen.

Ihr Team vom Emsblick

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